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Sonntag, 28. Februar 2016

Pegida, Hotelschließungen, Bettensteuer: Wer oder was ist verantwortlich für den Touristenrückgang in Dresden?



Dresden-News: Sachsens Landeshauptstadt gehen die Touristen aus

Ist Dresden nicht mehr attraktiv für Reisende? Warum sind seit Januar 2015 die Touristenzahlen in der sächsischen Landeshauptstadt rückläufig? Es gibt viele mögliche Gründe dafür! Hauptsächlich wird PEGIDA der „Schwarze Peter“ in die Schuhe geschoben. Von Hotelschließungen aufgrund von „Umnutzungen“ will in dem Zusammenhang niemand etwas wissen. Die sogenannte „Bettensteuer“, die in Dresden erhoben wird, wurde als mögliche Ursache lange Zeit nicht in Betracht gezogen.  

Pegida Hotelschließungen Bettensteuer
 

Touristenzahlen in Dresden seit Januar 2015 rückläufig

Die Kunst- und Kulturstadt an der Elbe ist weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus berühmt und zieht seit Jahren Menschen aus allen Ländern in den Bann. Dresden wartet mit zahlreichen Touristenmagneten auf. Sachsens Landeshauptstadt bietet neben vielfältigen Sehenswürdigkeiten und attraktiven Ausflugszielen in unmittelbarer Umgebung auch ein buntes Kulturprogramm. Jahr für Jahr besuchten zahlreiche Gäste aus der ganzen Welt das schöne Elbflorenz. Plötzlich, seit Jahresbeginn 2015, herrscht Tourismusflaute. 

 


Pegida hat Schuld am Dresdner Touristenschwund

Statistisch gesehen durfte Dresden in den vergangenen sechs Jahren einen regelrechten Touristen-Boom erleben. Im Jahr 2014 erreichte der Touristenansturm seinen Höhepunkt. Das Rekordergebnis lag in Zahlen bei 4,44 Millionen Übernachtungen. Was ein „Übernachtungswachstumsplus“ in Höhe von +7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2013 demzufolge) ausmachte.
Das Jahr 2015 brachte hingegen den großen Einbruch. Zwischen Januar bis April konnten in Gänze nur noch 999.657 Übernachtungen in der sächsischen Landeshauptstadt generiert werden. Für den ausbleibenden Touristenansturm gab es bis Jahresende 2015 nur einen plausiblen Grund, der in den Medien in an erster Stelle genannt wurde: PEGIDA!
Aber ist dem tatsächlich so? Es gibt noch andere „Verdächtige“!


 Unterbringungsmöglichkeiten für Dresden-Reisende schwinden, viele Hotels „dicht“! 


Seit dem Asylbewerberansturm, der im Jahr 2014 seinen Anfang nahm, machen immer mehr Dresdner Hotels „dicht“. Selbst Herbergen, die konstant gut besucht waren. Schwebte urplötzlich der „Pleitegeier“ über ihnen? Oder gab es „Order von ganz oben“? Fakt ist, es gab genügend Hotelbetriebe in der Elbmetropole, die in den vergangenen Monaten den Besitzer wechselten. 

Ein Hotel im Dresdner Osten war dem neuen Besitzer (STESAD GmbH - Tochterunternehmen der Stadt Dresden) sogar mehrere Millionen wert. Familie Prajs  (Berlinhaus Verwaltung GmbH) wäre wirklich dumm gewesen, ein so „hübsches Sümmchen“ für das heruntergewirtschaftete, renovierungsbedürftige 3-Sterne-Hotel auszuschlagen. Die Rede ist vom „Prinz Eugen“ im Stadtteil Laubegast, dessen Verkauf im Jahr 2015 über Nacht still und heimlich vonstattenging.  

Was hat es mit den zahlreichen Hotelschließungen in Sachsens Landeshauptstadt auf sich? Der Grund dafür ist in fast allen Fällen identisch. Es geht hauptsächlich um eine „Umnutzung zum Asylbewerberheim“. Im Laubegaster 3-Sterne-Hotel mussten die Gäste nach dem Hotelverkauf ihre Koffer packen und das bereits bezahlte Urlaubsdomizil verlassen. Ankommende Reisende, die Hotelzimmer gebucht hatten, standen ahnungslos vor einer verschlossenen Hotelpforte. So kann man auch Dresdner Touristen vergraulen!
 

Tourismusschwund in Dresden aufgrund der Bettensteuer?

Wo sollen Reisende im schönen Elbflorenz wohnen, wenn nicht mehr genügend Gästehäuser zur Verfügung stehen? Nun könnte man meinen, dass mit dem „Hotelschwund“ zugleich der „Touristenschwund“ in der Landeshauptstadt Sachsen zu erklären ist. Könnte, wohl bemerkt! Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die als Ursache für den Gästerücklauf infrage käme. Die „Bettensteuer“, welche zuweilen „Beherbergungssteuer“ heißt, als „Kulturabgabe“ oder „City-Tax“ betitelt wird. Die exakte Bezeichnung spielt keine relevante Rolle, da es so und so nur um „Abzocke“ geht.

Abgezockt werden in erster Linie jene Menschen, die in der sächsischen Kunst- und Kulturstadt Urlaub machen möchten. Touristen zahlen mächtig viel drauf, da Dresden die „zweitgrößte Bettensteuer Deutschlands“ erhebt. Eine sehr lukrative Einnahmequelle, welche im zweiten Halbjahr 2015 der Stadtkasse immerhin satte vier Millionen Euro einspielte. Wer oder was ist denn nun für den Touristenrückgang in Dresden verantwortlich: Pegida, die Hotelschließungen oder die Wucher-Bettensteuer?


 

Hotelier klagt an - Dresdner Bettensteuer ein Fall fürs Gericht

Ein Dresdner Hotelbesitzer hat festgestellt, dass nicht „PEGIDA“ der Hauptgrund für den Touristenschwund in Sachsens schöner Hauptstadt sein kann. Besagter Hotelier war „befremdet von der jüngsten Aussage der Dresdner Marketing GmbH“ und teilt nicht deren Meinung, dass „aufgrund eines Pegida-Effekts immer weniger Gäste nach Elbflorenz kommen würden“. 
Jener Hotelbesitzer, der überdies Vorsitzender des Dresdner Tourismusverbandes sein soll, will sich mit der für den Tourismus schädlichen Bettensteuer nicht abfinden. Er ist fest davon überzeugt, dass die Beherbergungssteuer nicht nur ungerecht ist, sondern gleichwohl mit verantwortlich für den Touristenschwund in der Landeshauptstadt Sachsens. 

Die Bettensteuer wird ein Fall fürs Gericht. Nicht nur in Dresden!

Mehr zum Thema können Sie dem mdr-Bericht entnehmen.



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