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Freitag, 22. Mai 2015

Ausflugsziel Oberlausitz: Wallfahrtsort Rosenthal mit Marienquelle



Dresdens Umgebung bietet viele Orte und Landschaften, die für einen Ausflug wie geschaffen sind. Nicht nur die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge sind begehrte Ausflugsziele der Dresdner und Touristen. Auch die Oberlausitz ist sehr reizvoll und lädt zu jeder Jahreszeit zu einer Entdeckungsreise ein. Heute möchte ich Ihnen einmal das „Straßenangerdorf“ Rosenthal etwas näher vorstellen. 

Marienkirche Sachsen Rosenthal liegt im Landkreis Bautzen und ist zugleich ein Ortsteil der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal in der Oberlausitz. Der überwiegende Teil der Bewohner spricht sorbisch. Kein Wunder, handelt es sich schließlich um ein Kernsiedlungsgebiet der „Lausitzer Serben“ wie die Sorben einst genannt worden sind. Darauf weisen auch die zweisprachigen Ortsschilder und Straßenschilder hin. 

Róžant, so die obersorbische Bezeichnung, wurde erstmals um 1350 urkundlich erwähnt. Damals als „Rosental“ und später als „Rosintal“. Um 1875 soll der Marien-Wallfahrtsort in der Oberlausitz als „Rosenthal bei Kamenz“ bezeichnet worden sein . Bis zum Jahr 1994 war Rosenthal eine eigenständige Landgemeinde.



Pilgerstätte in Sachsen, der Wallfahrtsort Rosenthal

 

Das Ausflugsziel in der Oberlausitz nimmt insbesondere bei den katholischen Glaubensschwestern und Glaubensbrüdern einen hohen Stellenwert ein. Während es die „Städter“ in die Lausitzer Gegend zieht, um dort Erholung vom Alltag zu genießen, pilgern die Katholiken aus Sachsen und ganz Deutschland aus anderen Gründen nach Rosenthal.

Die Kloster- und Wallfahrtskirche, die der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Ralbitz zugeordnet ist, ist ihr Ziel. Besondere Aufmerksamkeit gilt einer Lindenholzstatue, die um etwa 1480 entstanden sein soll und in der Rosenthaler Wallfahrtskirche beherbergt ist. 

Wallfahrtsort Rosenthal


Das sogenannte "Gnadenbild" stellt die heilige Maria mit ihrem Kinde dar. Das Besondere an der Marienstatue aus Lindenholz ist jedoch, dass das Jesuskind statt eines Apfels eine Birne in seiner Hand hält. Die Marien-Wallfahrtsstätte Rosenthal, die bis zum Jahr 2007 von den Zisterziensern betreut wurde, hat überdies noch andere Besonderheiten zu bieten. So auch das „heilige Wasser“ der Marienquelle. 




Die geheimnisvolle Frau und der Lindenbaum


Um die Wallfahrtskirche Rosenthal rankt sich eine Legende. Wie es heißt soll vor weit über 1000 Jahren ein Ritter mit Namen Lucian von Zerna einer schönen Frau nachgeritten sein. Jene führe den Ritter zu einem Lindenbaum und ward urplötzlich verschwunden. Als er verdutzt seine Blicke schweifen ließ, um nach der geheimnisvollen Schönen Ausschau zu halten, gewahrte er im Geäst der Linde das Bild der Maria. Ritter Lucian von Zerna ließ daraufhin an eben jener Stelle eine hölzerne Kapelle errichten, die seit an von den Gläubigen aus nah und fern besucht wurde.


Die Rosenthaler Marienquelle  


Ausflugsziel Marienquelle
Brunnenhaus Marienquelle
Haben Sie ein Augenleiden? 
Wünschen Sie sich nichts sehnlicher, als ein Kind gebären zu können? 

Dem Quellwasser in Rosenthal werden heilende Kräfte nachgesagt. Überdies soll das reine Wasser der Marienquelle, was zwar nicht der Trinkwasserverordnung unterliegt und dennoch keine bakterielle Belastung aufweist, auch für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch gut sein. Trinken jene vom Quellwasser, werden sie „Früchte tragen“. 


 
Pilgerstätte Rosenthal Marienquelle
Marienbrunnen Rosenthal unterliegt nicht der Trinkwasserversorgung

Heiliges Wasser
Brunnenhaus Marienquelle Rosenthal 


Marienbrunnen Oberlausitz
Heilwasser Marienbrunnen Rosenthal Sachsen



Ob es denn stimmt, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Aber eines darf ich ruhigen Gewissens behaupten, das Wasser der Rosenthaler Marienquelle schmeckt m.E. auch nicht anders als ganz normales Leitungswasser. Es stillt auf jeden Fall den Durst und erfrischt ungemein. 


Sorbensiedlung Wallfahrtsstätte bei Dresden
Wegweiser zur Marienquelle Rosenthal aus Lausitzer Granit

Den Zugang zur Marienquelle im Oberlausitzer Rosenthal können Sie keineswegs verfehlen. Ein Wegweiser aus Lausitzer Granit, der sich unmittelbar neben dem Eingang zur Wallfahrtskirche befindet, weist Ihnen die Richtung zum heiligen Marienbrunnen.

Das Brunnenhaus wurde übrigens im Jahre 1909 neu errichtet. In einer Mauernische ihm gegenüber befindet sich eine Marienfigur samt Blumenschmuck.


Heilige Quelle Oberlausitz




Selbst wenn Sie weder katholisch, evangelisch, noch sonst irgendwie gläubig sind, lohnt sich ein Ausflug nach Rosenthal. Der Oberlausitzer Wallfahrtsort bietet sich für gemütliche Spaziergänge ebenso an wie für längere Wanderungen durch das idyllische Landschaftsgebiet. Überdies können Sie von dort aus zahlreiche andere Ausflugsziele in Dresdens Umgebung erreichen. Zum Beispiel Bischofswerda (das Tor zur Oberlausitz) oder auch Rammenau, mit dem wunderschönen Barockschloss.   

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