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Samstag, 23. Mai 2015

Ausflugsziel im Herzen der Oberlausitz: Das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau



Die Oberlausitz ist ein schönes Fleckchen Erde im Osten Sachsens. Hier finden Sie die Ruhe, die Ihnen im Alltag fehlt. Die Landschaft hält große Felder, ruhige Wälder, Seen, Hügelzüge und uralte Alleen bereit. Auf Pilgerreise gehen, wandern, spazieren, Radtouren unternehmen, Natur pur erleben und die Seele baumeln lassen, all das und noch viel mehr können Sie im „Herzen der Oberlausitz“. Und genau dort, wo sich durchaus auch Hase und Fuchs „Gute Nacht“ wünschen, liegt die idyllische Gemeinde Panschwitz-Kuckau. 


Panschwitz-Kuckau Oberlausitz Landkreis Bautzen Panschwitz und Kuckau, im Landkreis Bautzen gelegen, sind 2 historische Ortsteile im sorbischen Siedlungsgebiet, die durch das Klosterwasser „getrennt“ werden. Hierbei handelt es sich um ein Nebengewässer der Schwarzen Elster. 
Das zum Verwaltungsverband „Am Klosterwasser“ zählende Panschwitz-Kuckau ist weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus bekannt. 

Einerseits wegen des Zisterzienserinnenklosters St. Marienstern. Andererseits aufgrund der traditionellen Osterreiter, die rund um den Klosterhof reiten. Im St. Marienstern Kloster gibt es eine Pilgerherberge. Dort können Reisende, die zum Beispiel eine Pilgerreise nach Rosenthal zur Wallfahrtskirche (mit der spätgotischen Lindenholzfigur der heiligen Maria) unternehmen, übernachten.

Auf dem großzügigen Klostergelände befindet sich u.a. auch ein Löwenbrunnen, ein Gartenhaus als auch ein Umwelt- und Lehrgarten, sowie ein prachtvoller Kräutergarten mit zahlreichen verschiedenen Kräuterarten und Sorten. Ebenso gibt es eine ehemalige Brauerei (Anna-Haus), ein Beamtenhaus und einen Wirtschaftshof. Überdies finden Sie auf dem weitläufigen Gelände des Zisterzienserinnenklosters in der Oberlausitz einen Klosterladen und das „Klosterstübel“.  

Kloster St. Marienstern in der Oberlausitz
Kloster St. Marienstern in Sachsen


deutsch sorbische Gegend um Bautzen
Zu erwähnen wäre an dieser Stelle unbedingt noch das Klosterwasser, an dem das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau liegt, in dem Sie bei schönem Wetter sogar ein „Kräuter-Fußbad“ nehmen können. 

Ob sich eventuell auch Stanislaw Tillich ab und an ein Fußbad im heiligen Klosterwasser gönnt? Immerhin hat es der sächsische Ministerpräsident nicht weit bis dorthin, da er mit seiner Familie in Panschwitz-Kuckau lebt.  



Kräuter-Fußbad im Kloster St. Marienstern
Wie wäre es mit einem Kräuter-Fußbad im Klosterwasser ...
Stanislav Tillich Panschwitz-Kuckau Oberlausitz
... oder mit einer kleinen Verschnaufpause am Klosterbach?



Velan, Habit, Cingulum, Skapulier, Kukulle



Sie verstehen nichts? Keine Bange! Ich kann Ihnen versichern, dass es sich keineswegs um eine Begrüßung in sorbischer Sprache handelt. Velan, Habit, Cingulum, Skapulier und Kukulle sind Kleidungsstücke, die zur Ordenstracht gehören. Sicherlich haben Sie schon Nonnen und Mönche gesehen. Wahrscheinlich haben Sie sich (genauso wenig wie ich) darüber Gedanken gemacht, was es mit dem Mönchsgewand bzw. der Ordenskleidung auf sich hat.  

Velan Habit Cingulum Skapulier Kukulle
Als Habit wird das Leibgewand bezeichnet. Die Ableitung stammt vom lateinischen Wort Habitus. Es handelt sich um eine Art knöchellange Tunika, jedoch ohne schmückende Elemente, Stickereien und irgendwelchen modischen Schnickschnack. 

Die Zisterzienser tragen vornehmlich weiße Gewänder mit langen Ärmeln als „Unterkleid“. Darüber kommt der Skapulier. Ursprünglich sollte dieses Kleidungsstück als Arbeitsschürze dienen. Abgeleitet ist das Wort vom mittellateinischen Scapulare. 

Es handelt sich um eine Art Schulterkleid, was mittig vom Cingulum zusammengehalten wird. Die Zisterzienser tragen einen schwarzen Skapulier über den Habit. Das Schulterkleid symbolisiert die Senkrechte des Kreuzes Christi. Im Noviziatsjahr jedoch ist der herabfallende Tuchstreifen, der sowohl Vorderseite als auch Rückseite bedeckt, weiß.

Als Cingulum (auch Zingulum) wird der Gürtel bezeichnet, der Habit und Skapulier zusammenhält. Die geistliche Bedeutung ist die „Bindung an Christus“ als auch an sein Wort oder seine Verheißung. Die Zisterzienser tragen schwarze Gürtel, nur im Noviziatsjahr ist der Cingulum weiß. 

Das Haupt der Nonnen bzw. der Ordensfrauen wird mit einem Kopftuch verhüllt. Der sogenannte Schleier wird Velan genannt. Das Wort stammt vom lateinischen Velamen ab. Die geistliche Bedeutung scheint nicht eindeutig zu sein. Besser gesagt gibt es für das Tragen des Schleiers mehrere Gründe. Einer davon ist der, dass der Velan den „schönsten Schmuck“ einer Frau, in dem Fall ihr Haar, verhüllen soll. 

Die Kukulle ist ein sehr langes, weites und ziemlich faltenreiches Gewand (Kleid), mit ebenfalls sehr weiten Ärmeln. Das Wort stammt vom mittellateinischen Cuculla ab, was so viel wie Kutte, Mönchsgewand, Gugel und Kapuze am Mantel bedeutet. Im Gegensatz zu den Benediktinern tragen die Zisterzienser eine weiße Kukulle. Das sogenannte „Lichtgewand“, was mitunter auch „Flocke“ (vom mittellateinischen Wort Floccus abgeleitet) genannt wird, wird nur zu besonderen Anlässen getragen.   

Nacht der tausend Lichter im Kloster St. Marienstern Oberlausitz

Ich hoffe, Sie sind nun etwas schlauer und haben sich nicht zu sehr gelangweilt?! 

Möchten Sie dem Kloster St. Marienstern im idyllischen Dorf Panschwitz-Kuckau einen Besuch abstatten, schlage ich Ihnen den 20.06.2015 vor. Dann findet dort die „Nacht der tausend Lichter“ statt. Die „Gartennacht zu Johanni“ beginnt  19:00 Uhr. 

Einen Tag später, am 21.06.2015, beginnt um 10:30 Uhr mit dem Festgottesdienst in der Klosterkirche das Kloster- und Familienfest in Panschwitz-Kuckau.
Allerdings gibt es noch viele andere gute Gründe, um Panschwitz-Kuckau im Landkreis Bautzen einen Besuch abzustatten …

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