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Donnerstag, 16. August 2012

Ausflug von Dresden ins Osterzgebirge nach Bärenstein


Uhrenstadt Glashütte
Von Dresden nach Bärenstein - eine beschauliche Fahrt durch das herrliche Elbflorenz in Richtung Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Mit dem Auto fuhren wir am Schloss Weesenstein vorbei, durchquerten Glashütte - jene Stadt, in der die Zeit nie stehen bleibt, die bekannt für ihre berühmten Uhren ist - und kamen schließlich irgendwann in Bärenstein an.  

Ein verträumter Ort im idyllischen Osterzgebirge, mit einem historischen Marktplatz, einer Kirche und kleinen Häuschen, an denen zum Teil der Zahn der Zeit erheblich nagt. Es störte kaum, dass dunkle Wolken am Himmel aufzogen. Alles wirkte in Bärenstein so ruhig und friedlich. Fast schon zu ruhig.  


  
Fachwerkhaus Bärenstein

Es war Sonntag und dennoch herrschte absolute Stille. Kaum ein Mensch begegnete uns in den engen Straßen, die durch das Dorf führen. 


Gasse in Bärenstein
Kein Mensch auf der Straße
Idyllisches Bärenstein

Der Ort Bärenstein im Erzgebirge


Bärenstein wurde erstmals 1525 urkundlich erwähnt, wenngleich es die erzgebirgische Ortschaft schon 25 Jahre früher gab. Anno 1548 wurde der Ort zum Ratsdorf von Annaberg und 1834 erhielt Bärenstein das Marktrecht. Stimmen die Zahlen in den Tabellen der Einwohnerentwicklung von Bärenstein, gab es um 1950 insgesamt 6460 Bewohner. Damit erreichte die Einwohnanzahl zwischen 1551 und 2009 ihren Höchststand. Im Jahr 2009 sollen es nur noch 2572 Einwohner gewesen sein. Kaum zu glauben, wenn man heute durch die schmalen, fast verwaisten Gassen streift. Doch vielleicht lag es einfach nur daran, dass der Ausflug von Dresden ins Osterzgebirge nach Bärenstein an einem Sonntag stattfand und die Bewohner selbst unterwegs waren. 


Altes Haus in Bärenstein
Hauseingangstür mit antiken Schnitzereien
Uralter Wasserhydrant 


Wenn im Zusammenhang mit Bärenstein das Wort Niederschlag fällt, ist nicht zwangsläufig Regenwetter gemeint. Viel mehr handelt es sich hierbei um einen Ortsteil von Bärenstein, der den Namen Niederschlag trägt. Weitere Ortsteile sind Stahlberg und Kühberg. Der Bärensteiner Ortsteil Kühberg war ebenso der Geburtsort von Rudolf Pleil, der später als „Der Totmacher“ Kriminalgeschichte schrieb. 

    Der Serienkiller aus Kühberg - Bärenstein


Der am 07.07.1924 geborene Rudolf Pleil war ein gefürchteter Serienmörder, der in der Zeit zwischen 1946 und 1947 im „Harzer Zonenrandgebiet“ sein Unwesen trieb. Pleil - er selbst prahlte einst damit, dass er 40 Menschen umgebracht hatte - vergewaltigte und mordete nicht alleine. Der „Braunschweiger Prozess“ im Jahre 1950 - Pleils zweiter Prozess - sorgte für großes Aufsehen und Entsetzen. Das Urteil für Rudolf Pleil und seine Komplizen, Konrad Schüßler und Karl Hofmann, lautete „lebenslange Haft“. Der „Totmacher“ erhängte sich in der Nacht zum 16.02.1958 in seiner Zelle. Mittäter Konrad Schüßler wurde Ende der 70er Jahre begnadigt. Karl Hofmann starb 1976 in der Haftanstalt.


Sehenswürdigkeiten in Bärenstein


Erlöserkirche Bärenstein


Sehenswert in Bärenstein ist die alte Kirche, die direkt an der B 95 liegt und zugleich im Einfahrtsbereich der Ortschaft. Es handelt sich hierbei um eine evangelisch-lutherische Erlöserkirche, die im Jahre 1655 errichtet wurde. 

Gastfreundschaft wird in der Kirchgemeinde Bärenstein groß geschrieben, weshalb es nunmehr - und dies ist relativ neu - möglich ist, Ferien im historischen Pfarrhaus zu machen. 




Historischer Markplatz mit Bärenbrunnen und Postmeilensäule

Auf dem Bärensteiner Marktplatz steht eine nostalgische Postmeilensäule, ebenso gibt es dort einen "Bären-Brunnen“, der wirklich sehr schön gestaltet ist. 



Postmeilensäule auf dem Markplatz Bärenstein


Brunnen mit Tafel


Besonders reizvoll ist vor allem das Bärenkind am Brunnenrand. Ein Wasser speiender Bär. 

Wasser speiender Bär


Vom Marktplatz gehen mehrere Gassen ab. Eine kopfsteingepflasterte Straße führt direkt zum Burgschloss Bärenstein, welches hinter Bäumen und Hecken verborgen ist. 

Schloss und Burg Bärenstein - versteckt hinter Hecken und Bäumen


Leider ist das Schloss selbst heute nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, da es sich unterdessen in Privatbesitz befindet.  

Schloss Bärenstein
Burg und Schloss Bärenstein


Die Umgebung von Bärenstein ist ideal für kurze oder längere Wanderungen und eignet sich ebenso gut für Fahrradtouren. Ein lauschiges Rastplätzchen findet sich immer.   

Uralter Baum im idyllischen Bärenstein
     

Kommentare:

  1. Das Erzgebirge ist allgemein sehr schön, ich war schon mehrmals dort. Besonders gefällt mir auch die Ecke um Marienberg :-)

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  2. Liebe Kerstin,
    erst einmal herzlich willkommen auf meinem Blog, freu mich, dass Dir meine Reise nach Meissen gefallen hat. Deinen Blog hast Du sehr schön gestaltet, mit tollen Einblicken in Deine Heimat.
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüße Marion

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  3. Liebe Marion, liebe aotearoa,

    vielen Dank für eure Kommentare und das Lob hinsichtlich meiner Blog-Gestaltung : )
    Also Meißen steht nach wie vor auf meiner Liste. Wenn es dieses Jahr nix mehr wird, dann im kommenden Jahr bestimmt.
    Im Erzgebirge gibt es es noch viel mehr schöne Ecken, die möchte ich ebenfalls noch entdecken.

    Ich wünsche euch ein sonniges Wochenende!

    Liebe Grüße Kerstin

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